Andy Schneider
steht hinter der Ferienbetreuung der Gemeinde Rothenburg ab 2024/25
V.l.: Gaudenz Zemp (Direktor KGL), Boris Zürcher (Arbeitsmarktdirektor SECO), Nicole Studer (Demoscope), Michaela Tschuor (Regierungsrätin), Peter With (Präsident KGL) und Christoph Schaltegger (Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Luzern). Bild: z.V.g.
Jährlich erhebt der KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern (KGL) den KMU-Barometer. Nicole Studer von Demoscope präsentierte am 16. November die aktuellen Umfrageergebnisse anlässlich der Impulsveranstaltung LUZERN 24 des KGL.
Vor rund 300 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft präsentierte Nicole Studer vom Meinungsforschungsinstitut Demoscope gestern im Rahmen der Veranstaltung LUZERN 24 die Resultate des KMU-Barometers 2024. Die vom KGL organisierte Impulsveranstaltung bot nicht nur spannende Prognosen zum Wirtschaftsjahr 2024, sondern auch hilfreiche Impulse für KMU-Chefinnen und -Chefs in den Bereichen betriebliche Immobilien und Sicherheitssystemen. Ausserdem beantwortete Regierungsrätin Michaela Tschuor abwechslungsreiche politische und private Fragen auf dem «Heissen Stuhl». Anschliessend duellierten sich SECO-Arbeitsmarktdirektor Boris Züricher und Christoph Schaltegger, Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Luzern, im verbalen Boxkampf zur Frage «Fachkräftesicherung durch Zuwanderung?». Ringrichter und KGL-Direktor Gaudenz Zemp erklärte nach drei Kampfrunden und nach Konsultation des Publikums Christoph Schaltegger zum Sieger nach Punkten.
An der Umfrage KMU-Barometer 2024 mit Fragen zu relevanten Wirtschaftsfaktoren nahmen über 1'000 Luzerner Unternehmerinnen und Unternehmer teil. «Die Mitglieder des KGL schauen dabei jeweils ins kommende Jahr und wie sich dieses im Vergleich zum aktuellen Jahr entwickelt», erklärt KGL-Direktor Gaudenz Zemp. Der KGL führte die Umfrage zum achten Mal in Folge durch. Dadurch lassen sich signifikante Trends erkennen. Bei der Aussicht auf die allgemeine Wirtschaftslage gehen die Luzerner KMUs für 2024 – wie bereits im Vorjahr – von einer leichten Verschlechterung aus. 44 Prozent rechnen 2024 mit einer Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage im Kanton Luzern – 31 Prozent mit einer Verbesserung. Bezüglich des eigenen Gewinns erwarten die KMU-Chefinnen und -Chefs eine minimale Zunahme. Dabei fällt auf, dass insbesondere produzierende Betriebe und Handel/Gewerbe für 2024 einen Gewinnrückgang erwarten, während Dienstleistungsbetriebe eine klare Steigerung des Gewinns im Vergleich zu 2023 erwarten. Auch im nächsten Jahr befürchten die Luzerner Unternehmerinnen und Unternehmer eine erschwerte Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden und Lernenden. Erfreuliches kann dagegen bezüglich der Thematik Lieferengpässe berichtet werden. Gaben letztes Jahr noch 74 Prozent der Unternehmen an, von Lieferengpässen betroffen zu sein, sind es aktuell nur noch 53 Prozent der Unternehmen und insbesondere der Anteil der stark betroffenen Unternehmen hat sich von 24 Prozent auf 8 Prozent klar reduziert.
Was künstliche Intelligenz bzw. deren Einfluss auf das eigene Geschäftsmodel angeht, zeigt sich in der Luzerner KMU ein gespaltenes Bild. Während 33 Prozent sich durch KI eher Vorteile für das eigene Geschäftsmodell und den Erfolg des eigenen Unternehmens versprechen, sehen 38 Prozent eher Risiken. Und obwohl das Thema KI insbesondere durch ChatGPT einen grossen Hype erlebt hat, plant eine Mehrheit (62 Prozent) der Unternehmen auch im nächsten Jahr keinen (systematischen) Einsatz von KI-Lösungen im eigenen Unternehmen. Nur knapp ein Drittel plant im Jahr 2024 (weiterhin) KI systematisch oder zumindest sporadisch/testhalber einzusetzen. Gaudenz Zemp zeigt sich vom Resultat nicht überrascht: «Es braucht für die KMU wohl fixfertige Anwendungspakete mit Funktionen für klar definierte Bereiche und günstigen, professionellen Support. Erst dann haben sie die nötige Zuverlässigkeit und damit die Sicherheit, dass die Anwendung auch nachhaltig funktionieren wird.»
pd/sk
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