Andy Schneider
steht hinter der Ferienbetreuung der Gemeinde Rothenburg ab 2024/25
Der dauerhafte Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen führt vielfach zu erschöpftem Personal. Bild: Robert Kneschke
Trotz einer abnehmenden Wachstumsdynamik aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Abschwächung ist der Fachkräftemangel in der Schweiz um 24 Prozent gestiegen und erreicht einen neuen Rekordwert. Auch in der Zentralschweiz hat sich der Fachkräftemangel mit einem Anstieg von 22 Prozent klar verschärft.
Zwar sinkt die Wachstumsrate des Fachkräftemangel Index‘ aufgrund der schwächeren Konjunktur, – der Zuwachs betrug im Jahr 2022 satte 69 Prozent, im Jahr 2023 entspricht der Zuwachs lediglich 24 Prozent, – und trotzdem erreicht der Index einen neuen Höchstwert. Diese Entwicklung ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Zum einen verringerte sich die Anzahl der Stellensuchenden deutlich, wodurch die Arbeitslosenquote im Jahr 2023 einen Tiefstand von 2 Prozent erreicht. Zum anderen stieg die Anzahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent an. Primärer Antrieb dieser Entwicklung scheint der Binnensektor zu sein. Während exportorientierte Wirtschaftszweige mit der sinkenden globalen Nachfrage ringen, konnten binnenmarktorientierte Sektoren, wie zum Beispiel das Gastgewerbe, sich grösstenteils auf eine robuste inländische Nachfrage stützen. Dies erklärt auch, warum binnenorientierte Branchen trotz der Konjunkturabkühlung weiterhin einen Stellenaufbau planen.
Im Jahresvergleich hat der Fachkräftemangel in der Zentralschweiz (Kantone ZG, SZ, UR, NW, OW, LU) um 22 Prozent zugenommen. So verzeichnet diese Grossregion sowohl eine geringere Anzahl an Stellensuchenden als auch eine grössere Anzahl an offenen Stellen als im Vorjahr. Wie schon im Vorjahr sind die Spezialist:innen in Gesundheitsberufen und die Lehrkräfte (bspw. Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich, Sprachlehrer oder Lehrkräfte im Bereich Berufsbildung) die beiden Berufsgruppen, die den akutesten Fachkräftemangel aufweisen. Der Mangel an Fachkräften hat sich in beiden Gruppen weiter verschärft, wobei die Spezialist:innen in Gesundheitsberufen einen stärkeren Anstieg des Fachkräftemangels erfahren als die Lehrkräfte. Auf dem dritten Platz rangieren neu die Bauführer:innen, Polier:innen und Produktionsleiter:innen. In dieser Berufsgruppe hat sich die Anzahl der Vakanzen, analog zum Trend in der Südwestschweiz und im Espace Mittelland, im Vergleich zum Vorjahr merklich erhöht, was eine markante Zunahme des Fachkräftemangels zur Folge hatte. Dieser Anstieg hat die Berufsgruppe von Platz 7 auf Platz 3 im Ranking befördert. «Die zunehmende Komplexität auf der Baustelle steigert den Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal, erschwert aber zugleich den Quereinstieg für Personen ohne branchenspezifische Vorerfahrung. Diese Entwicklung, gepaart mit einem rückläufigen Interesse an Grundausbildungen im Baugewerbe, resultiert in einem zunehmenden Mangel an Fachkräften in der Baubranche. Dies trifft insbesondere auf Schlüsselpositionen wie Bauführer:innen und Polier:innen zu», sagt Martin Hueber, Area Manager bei Adecco Schweiz.
pd/sk
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