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Ein Leben nah am Stein: Christian Bolt. Bild: z.V.g.
Die Luzerner Impulse Gallery präsentiert vom 20. Oktober bis 23. Dezember die mit Spannung erwartete Ausstellung «On Human Beauty» des Schweizer Künstlers Christian Bolt.
Diese Ausstellung, die Christian Bolts bislang umfangreichstes Oeuvre zeigt, erforscht die Wahrnehmung des Bildes vom Menschen und die ihm innewohnenden Widersprüche. Bolt gilt als einer der faszinierendsten zeitgenössischen Bildhauer der Schweiz. Er tritt in die Fussstapfen der grossen Künstler des Landes und lässt abstrakte und klassische Einflüsse in sein bildhauerisches Werk einfliessen. Auf 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt «On Human Beauty» über 14 Skulpturen sowie Gemälde und Zeichnungen, von denen viele exklusiv für diese Ausstellung in Auftrag gegeben wurden. Bolts künstlerische Arbeiten befassen sich mit philosophischen Fragen über die conditio humana und setzen sich mit existenziellen und phänomenologischen Debatten auseinander. In Anlehnung an das Zitat des österreichischen Schriftstellers Karl Kraus «Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird», untersucht Bolt die Systeme der Entstehung und des Ausdrucks von Schönheit.
Mit Marmor, Bronze und Holz erkundet er die menschliche Figur und präsentiert scheinbar unvollendete und gewundene Silhouetten, die seinen gekonnten Umgang mit dem Material demonstrieren und gleichzeitig zeitgenössische Elemente einfliessen lassen. Während seine Figuren oft anonym bleiben, sind die wichtigsten Werke der Ausstellung eine Hommage an mythologische und klassische Figuren und unterstreichen die Relevanz der historischen Philosophie in der heutigen Welt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die 1,83 Meter hohe Marmorskulptur „Pomona, 2023“, die die Geschichte der römischen Göttin Pomona erzählt. Durch kontrastierende Bearbeitungstechniken hebt Bolt die in der Geschichte vorherrschenden Themen Täuschung und Verwandlung als Mittel der Überredung hervor. Mit Anspielungen auf Rodins gleichnamige Skulptur transzendiert Bolts Werk seinen modernen Vorgänger durch weitere Metamorphosen und stellt die Moral der Geschichte in einen zeitgenössischen Kontext.
Die Ausstellung zeigt sieben dynamische Bronzeskulpturen, die einer gleichen Anzahl von Marmorskulpturen gegenübergestellt werden und das Wechselspiel zwischen Darstellung und Präsentation sowohl in ihrer Materialität als auch in ihrer Konnotation betonen. In Bolts künstlerischer Welt geht der menschliche Körper über die blosse Darstellung hinaus; er wird zur Leinwand für die Erkundung mentaler Einstellungen und der Tiefen menschlicher Sehnsüchte, indem er das Bild der eigenen Gegenwart nutzt. Die tiefe dramaturgische Essenz der beeindruckenden, 2,44 Meter hohen Skulptur «Adoro» liegt in dem souveränen Zusammenspiel von sich kreuzenden und entgegengesetzten Armbewegungen. Ein Arm strebt danach, zu halten und zu umarmen, während der andere sich dagegen sträubt. Dies symbolisiert einen ergreifenden Dialog zwischen dem Akt der Anbetung und der Bereitschaft, loszulassen und sich zu befreien. Eine Besonderheit der Ausstellung sind die von Bolt erfundenen Marmor-«Gemälde». Durch das sorgfältige Mischen von Marmorstaub schafft der Künstler strukturierte Kompositionen auf zweidimensionalen Oberflächen. Durch diese Assemblagen manipuliert Bolt geschickt die Oberfläche und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Präsentation von Skulpturen in der Öffentlichkeit und die Interaktion zwischen Betrachtern und Kunstwerk. Trotz ihrer ruhigen und zurückhaltenden Erscheinung bergen diese Werke eine unterschwellige moralische Komplexität, die sich mit Fragen der Geschichte und ihrer Darstellung auseinandersetzt.
Das Highlight der Ausstellung sind zwei Diptychen mit einer Gesamtlänge von drei Metern, die diese neu entdeckte künstlerische Technik feiern. Zeitgleich mit der Ausstellung wird die Galerie im Oktober 2023 einen abendfüllenden Dokumentarfilm über Christian Bolt zeigen, der das Leben und das Werk des Künstlers umfassend beleuchtet. Claudia Limacher, Künstlerin und Gründerin der Impulse Gallery, bringt ihre Begeisterung zum Ausdruck: «Wir freuen uns, die fesselnden Werke von Christian Bolt in der Ausstellung ‹On Human Beauty› zu zeigen. Bolts Erkundung des Bildes vom Menschen und seine tiefgründigen künstlerischen Techniken bieten eine zum Nachdenken anregende Erfahrung, die bei den Besucherinnen und Besuchern zweifellos einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.»
pd/sk
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