Andy Schneider
steht hinter der Ferienbetreuung der Gemeinde Rothenburg ab 2024/25
Der Schauensee-Schlossgarten soll besser zugänglich gemacht werden. Bild: Benedikt Anderes
Im Dezember startet die Stadt Kriens die Umbauarbeiten im Garten von Schloss Schauensee. Die Aufwertung des Schlossgartens beinhaltet neben der Verbesserung der Infrastruktur für Events vor allem einen hindernisfreien Zugang zum Park.
Der hindernisfreie Zugang zum Schloss Schauensee war in der Vergangenheit auf politischer Ebene immer wieder ein Thema. Verschiedene Vorschläge, wie etwa der Einbau eines Liftes, wurden diskutiert. Alle aber mussten mit Blick auf den Schutzstatus des denkmalgeschützten Schlosses wieder verworfen werden. Mehr noch: Spezial-Untersuchungen für den jüngsten Vorschlag zum Einbau eines Liftes zeigten sogar, dass der Turm des Schlosses aus der Gründungszeit der Eidgenossenschaft im Jahr 1291 stammt. Und damit sogar noch älter ist, als bisher angenommen. Dass bei dieser kulturhistorisch wertvollen Bausubstanz bauliche Eingriffe kaum umsetzbar sind, ist in der Zwischenzeit allgemein anerkannt. Die Stadt Kriens hat dennoch versucht, beim Schloss eine Verbesserung der Zugänglichkeit zu erreichen. Im Dezember starten jetzt die Bauarbeiten für einen hindernisfreien Zugang zum Schlossgarten. Eine rund 50 Meter lange Rampe erschliesst den Schlossgarten für Rollstuhlfahrende stufenlos. Sie führt vom Parkplatz oberhalb des Schlossgartens zum Gartenhaus, neben dem ein befestigter Platz erstellt wird. Der Platz erleichtert nicht nur Rollstuhlfahrenden den Aufenthalt im Garten. Auch bei Events ist ein befestigter Platz für Catering-Unternehmen von Vorteil.
In die Planung der Parkerneuerung waren verschiedene Stellen involviert. An der Spitze stand der Verein Pro Schauensee, der im Auftrag der Stadt seit bald zwei Jahren die kulturelle Belebung des Schlosses koordiniert und selbst zahlreiche Veranstaltungen durchführt. Die Erfahrungen des Vereins mit ersten Veranstaltungen sowie jene des aktiven Schloss-Betreuers flossen in die Planung ein und führen jetzt zu einer verbesserten Infrastruktur für Strom und Wasser im Schlossgarten. Weil der Verein Pro Schauensee einer der Hauptnutzniesser sein wird, beteiligt er sich an den Gesamtkosten von insgesamt 435’000 Franken. Ebenfalls eingebunden waren die kantonale Denkmalpflege und die Kantonsarchäologie, die bei der Umsetzung sicherstellen wird, dass im Schlossgarten allfällige kunsthistorisch wertvolle Funde frühzeitig gesichert werden könnten. Im Sinne einer umsichtigen Parkerneuerung wurden zudem Fachspezialisten für ökologische Themen eingebunden. Ein Baumspezialist stellte sicher, dass der über 100 Jahre alte Baumbestand bei den Bauarbeiten nicht gefährdet wird. Und auch die Population der «Glöggli-Frösche» (Geburtshelferkröte) soll die Umbauarbeiten unbeschadet überstehen und im neuen Schlosspark ausreichend Lebensräume vorfinden. Auch dazu begleitet ein Spezialist die Bauarbeiten. Zudem wurde ein Gartenbau-Unternehmen miteinbezogen, das eine ortstypische Teilerneuerung des Pflanzenbestandes geplant hat. Die Flora soll Lebensräume schaffen für die Tierwelt im Garten und auf diesem Weg die Artenvielfalt fördern.
Die Bauarbeiten werden aus Rücksicht auf die im Winter kaum aktive Krötenpopulation anfangs Dezember gestartet. Bis anfangs Sommer 2024 sollten sie abgeschlossen sein. Die Eröffnung des erneuerten Schlossgartens plant der Verein Pro Schauensee mit einem Fest im Schlossgarten. Parallel zu den Arbeiten im Schlosspark werden auch Leerrohre verlegt für die Erneuerung der Heizungsanlage auf der gesamten Schloss-Liegenschaft. Schloss, Pförtnerhaus und Pächterhaus sollen nämlich zukünftig mit einer Holzschnitzelheizung betrieben werden. Sie wird dereinst die Ölheizung aus dem Jahr 1996 ersetzen und eine nachhaltige Beheizung der Anlage mit Holzschnitzeln aus der näheren Umgebung ermöglichen.
pd/sk
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