Andy Schneider
steht hinter der Ferienbetreuung der Gemeinde Rothenburg ab 2024/25
Fällt auf: die malerische Fassade des Korporationsgebäudes. Rechts davon floss dereinst der Krienbach in die Reuss. Bild: Stefan Kämpfen
Wer heute durch die Burgerstrasse der Stadt Luzern flaniert, ahnt kaum, dass unter dem Asphalt der Krienbach floss. Die gleich hinter dem Korporationsgebäude befindliche Münzgasse erhielt ihren Namen von der ersten Geldprägewerkstatt Luzerns.
Der geschwungene Verlauf der Burgerstrasse erinnert noch an das ursprünglich offene Bachbett des Krienbachs. Aber nur wer sich am Reusssteg übers Geländer beugt, bemerkt dessen frühere Einmündung in die Reuss. Links vom ehemaligen Bachverlauf sticht einem das sogenannte Korporationsgebäude mit seiner imposanten, malerisch gegliederten Fassade ins Auge. Das im Stil des französischen Barocks konzipierte Palais weist eine interessante Geschichte auf. In seiner Bausubstanz geht es bis auf die Gotik zurück. Ursprünglich standen an seiner Stelle zwei selbstständige, im rechten Winkel aneinanderstossende Häuser, die erst 1670 bis 1673 von Heinrich Sonnenberg vereinigt wurden. 1839 kaufte die Korporationsgemeinde der Stadt Luzern dieses feudale Bürgerhaus, um darin die Bürgerbibliothek unterzubringen. Schliesslich beauftragte sie 1859 den Luzerner Künstler Josef Vetter, figürliche Stuckreliefs für die Ausschmückung der Fassade zu schaffen. Das Korporationsgebäude weist noch heute barock gestaltete Räume auf, die einen Einblick geben, wie die Luzerner Patrizier ihre Häuser zu verschönern wussten. Zum Korporationsgut gehören Wälder, Liegenschaften und Fischenzen, aber auch kulturelle Schätze zählen zu ihrem Eigentum. Hinter dem Korporationsgebäude befindet sich die Münzgasse, deren Name von der ersten Geldprägewerkstatt Luzerns, die hier 1422 ihren Betrieb aufgenommen hatte, herrührt. Die Geldsorten, die anfänglich in der Münzgasse geprägt wurden, waren Pfennige oder Angster. Diese kleinen Münzen zeigten St. Leodegaqrs Antlitz mit der Mitra auf dem Haupt. 1846 wurden die letzten Luzerner Geldstücke geprägt, allerdings nicht in der Münzgasse, sondern im stattlichen Münzgebäude am Mühlenplatz. gp/sk
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